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Malteser Mellrichstadt

Wallfahrten

Pilgern gehört zu den guten alten Traditionen, die heute wieder modern werden.

Pilgern gehört zu den guten alten Traditionen, die heute wieder modern werden.

Wallfahrt ist ein Gebet mit den Füßen. Bei den Maltesern sind oft auch die Hände dabei, wenn sie Rollstühle schieben oder Krankentragen heben. Altötting und Kevelaer sind ebenso Ziele ihrer großen Pilgerfahrten wie etwa Rom. Der Lourdes-Krankendienst der Malteser begleitet und pflegt Kranke und Schwerbehinderte auf der Reise und am Wallfahrtsort. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich rund um die Uhr um die Kranken, Ärzte sorgen für die medizinische Betreuung, Priester für die geistliche Begleitung.

Ihr Ansprechpartner vor Ort:

Rainer Kaufmann
Bezirksgeschäftsfüher
Tel. (09776) 8111-0
E-Mail senden

 

Als der Malteser Hilfsdienst im Bistum Regensburg 1965 sein zehnjähriges

Bestehen feierte, haben die Malteser eine Marienwallfahrt für Kranke und

Behinderte organisiert. Diese erste Wallfahrt wäre beinahe gescheitert, weil

niemand organisatorische Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte und weil die

Infrastruktur für eine Wallfahrt mit Kranken und Behinderten fehlte. Der Gedanke

jedoch zündete und griff im Laufe von drei Jahren auf alle bayerischen Diözesen

über. Seitdem ist die Malteserwallfahrt mit Kranken und Behinderten nach

Altötting zur Tradition geworden. Es geht nicht um die Betreuung einer

Behindertenwallfahrt, sondern es geht um die Wallfahrt der Malteser selbst, an

der - selbstverständlich - auch Kranke und Behinderte teilnehmen.

Im Jahr

2002 haben die Malteser aus der Diözese Würzburg mit der Altötting-Wallfahrt ein

Jubiläum feiern können: Es war für sie die 25. Teilnahme an der Fahrt. Dafür

wurden zum ersten Mal zwei Busse auf die Reise geschickt, auch weil sich im

Vorjahr gezeigt hatte, dass die Nachfrage stetig am Wachsen war.

Neben Würzburg beteiligen sich die sechs anderen

bayerischen Bistümer an dieser Pilgerfahrt. Hinzu kommen der Malteser

Hospitaldienst aus der Erzdiözese Salzburg und auch Pilger aus der Erzdiözese

Prag. Insgesamt sind regelmäßig zwischen 2500 und 3000 Pilger unterwegs.

Dahinter steckt ein gut organisiertes System. Die Pilger müssen transportiert,

versorgt, verpflegt und informiert werden. Gemeinsame Gebete, Prozessionen,

Gottesdienste und Andachten müssen vorbereitet werden. Wichtig ist aber auch,

die Motivation der Malteser lebendig zu halten. Der Malteserorden ist in den

Ablauf der Wallfahrt eingebunden. Die Ritter treten in ihrem Kirchenkleid auf,

der so genannten Kukulle, die Damen im ,Lourdesmantel’. Den Höhepunkt der

Wallfahrt bildet der Pontifikalgottesdienst in der Basilika. Bei der Verpflegung

der Pilger dient eine Farbsymbolik der Ordnung und Orientierung. Der

Sanitätsdienst - die einzelnen Helfer sind per Funk miteinander verbunden -

steht jederzeit bereit. Anfangs nahmen die Teilnehmer überwiegend die Bahn.

Heute sind aus Kostengründen Omnibusse und Malteser Fahrzeuge im Einsatz. In 25

Jahren ist die Malteserwallfahrt nach Altötting zu einer ständigen Einrichtung

in den bayerischen Diözesen gewachsen.

Seit 1992 führt das Pilgerbüro der Diözese Würzburg in Zusammenarbeit mit dem

Bayerischen Pilgerbüro und der Erzdiözese Bamberg alle zwei Jahre eine

Pilgerfahrt für Kranke und Gesunde nach Lourdes durch, bei dem Ärzte, Schwestern

und Pfleger der Malteser die umfassende Betreuung der mitfahrenden Kranken und

Behinderten übernehmen.

Der Sonderzug startete in den ersten Jahren in

Schweinfurt; 1998 nahm er das erste Mal im thüringischen Eichsfeld seinen

Anfang. Lange bevor die ersten Pilger kommen, sind die Malteser schon vor Ort,

um das gesamte Pflegematerial einzuladen. Hier muss an die nötigen Utensilien

für die Reise im Lazarettzug genauso gedacht werden, wie an das, was in Lourdes

im Pilgerhaus benötigt wird.

Zusteige-Möglichkeiten bestehen in

Würzburg, Karlstadt, Gemünden, Lohr, Aschaffenburg und Karlsruhe. An allen

Bahnhöfen sind zusätzliche Helfer der Malteser anwesend, um beim Einstieg

behilflich zu sein. Ein Zubringerdienst von der Wohnung zum Bahnhof wird auf

Wunsch ebenfalls von den Maltesern übernommen.

Die Schwere der Krankheit beziehungsweise der Grad der

Behinderung spielen keine Rolle. Das Pflegeteam der Malteser betreut die

Wallfahrer Tag und Nacht. Im Zug gibt es zwei spezielle Krankentransportwagen,

die auf die besonderen Bedürfnisse von Schwerkranken eingerichtet sind. In

Lourdes selbst sind die Kranken in speziellen Hospizen untergebracht.



Die Malteser sind immer darum bemüht, dass die Kranken an allen

Veranstaltungen der Wallfahrt teilnehmen können. Zusätzlich versuchen sie die

großen und kleinen persönlichen Anliegen zu erfüllen. So wird die Woche in

Südfrankreich zu einem unvergessenen Erlebnis. Viele haben auf der Heimfahrt

Flaschen oder Kanister mit Lourdes-Wasser dabei.

So ist es meist mehr

Gepäck, das die Malteserhelfer am Heimatbahnhof ausladen müssen. Aber sie werden

reichlich durch die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit der Pilger

entschädigt.

Seit 1982 findet in der Diözese Würzburg alle zwei Jahre die Kiliani-Wallfahrt

der Kranken und Behinderten statt. Organisiert von Maltesern kommen dann über

500 Kranke und Behinderte, davon mehr als 100 Rollstuhlfahrer, mit ihren

Betreuern nach Würzburg und feiern im Dom ein Pontifikalamt mit dem Bischof.

Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit für die Wallfahrer, dem Bischof im

persönlichen Gespräch zu begegnen. Essen und Trinken verteilen die Malteser in

den Seitenschiffen des Doms.

Viele deutsche Gruppen leisten sich heute eine Israelreise, teils um die

heiligen Stätten zu besuchen: Jerusalem, Nazareth, Bethlehem, teils auch, um ein

Land kennen zu lernen, das schon immer eine politische, kulturelle und

wirtschaftliche Drehscheibe im Mittelmeerraum war. Behinderte Menschen sind in

der Regel von einer solchen Fahrt weit gehend ausgeschlossen. Deswegen plante

erstmals der Malteser Hilfsdienst Schweinfurt 1984 eine beispielhafte

Pilgerreise für eine Behindertengruppe. Dieses bislang einzigartige Engagement

war denn auch dem israelischen Fernsehen einen Aufnahmetermin auf dem Flughafen

von Tel Aviv wert: Am Ende der eindrucksvollen Pilgerreise befragte das Team die

Teilnehmer nach ihren Eindrücken und wollte vor allem wissen, wie die

Behinderten - es waren Rollstuhlfahrer und Erblindete darunter - die

Schwierigkeiten gemeistert hatten. Die zwölf Malteser Helfer und Helferinnen und

die medizinisch-geistliche Betreuung von Malteser Arzt Gerhard Müller (Obbach)

und Malteser Seelsorger Roland Breitenbach (St. Michael) hatten rund um die Uhr

alle Hände voll zu tun. Schließlich sollten die Behinderten alles sehen und

erleben können, was sonst nur den „Fußgängern“ möglich ist. Das erforderte neben

Fantasie von den Helfern vor allem viel Muskelkraft.

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